Bacon zitiert zunächst das alte Wort, wer die Einsamkeit liebe, sei entweder ein wildes Tier oder ein Gott, und sagt, darin seien Wahres und Falsches gemischt; die Menschen verstünden kaum, was Einsamkeit ist, denn ohne Liebe ist eine Menge keine Gesellschaft. Dann nennt er drei „Früchte“ der Freundschaft. Die erste betrifft die Gefühle: Wer sich einem Freund anvertraut, erleichtert sein Herz, geteilte Freude verdoppelt sich, geteiltes Leid halbiert sich; er nennt auch viele Herrscher, die einen engen Freund brauchten. Die zweite betrifft den Verstand: Im Gespräch mit einem Freund werden die Gedanken klar, ein offener Rat ist besser als die Schmeichelei gegenüber sich selbst und schützt vor verstreuten, widersprüchlichen Ratschlägen. Die dritte ist praktisch: Ein Freund kann vieles für dich tun, was du selbst nicht tun kannst oder nicht rechtzeitig schaffst, als hättest du zwei Leben.
Englisches Original
But one thing
is most admirable (wherewith I will conclude this first fruit of
friendship), which is, that this communicating of a man's self to his
friend, works two contrary effects; for it redoubleth joys, and cutteth
griefs in halves. For there is no man, that imparteth his joys to his
friend, but he joyeth the more; and no man that imparteth his griefs to
his friend, but he grieveth the less.
Deutsche Übersetzung
Eines aber ist höchst bewundernswert (und damit will ich diese erste Frucht der Freundschaft abschließen): dass dieses Sich-Mitteilen an einen Freund zwei entgegengesetzte Wirkungen hat; es verdoppelt die Freuden und schneidet die Leiden in zwei Hälften. Denn es gibt niemanden, der seine Freuden einem Freund mitteilt und sich nicht umso mehr freut; und niemanden, der seine Leiden einem Freund mitteilt und nicht umso weniger leidet.
Francis Bacon · Bacons Essays · Über die Freundschaft · ¶ 5
Übersetzung und Erläuterungen wurden für diese Auswahl mit KI aus dem Englischen erstellt. Dies ist keine offizielle Übersetzung. Überblick und Kommentare gehören nicht zum Zitat.